HFF on Tour: German Comic Con Berlin 2016

27. Oktober 2016


Am Wochenende des 15. - 16. Oktobers fand in Berlin erstmals die German Comic Con statt. Dass wir dieses Mal weder als Vortragende noch Helfer auf einer Convention waren, war für uns erst mal gewöhnungsbedürftig, doch so konnten wir als Besucher alles mitverfolgen. Was wir auf der German Comic Con alles erlebt haben und auf welche charmante Art man mit anderen Cosplayern ins Gespräch kommen kann, erfahrt ihr in unserem heutigen Beitrag.


Für einige Besucher gestaltete sich allein die Anreise zur German Comic Con schon schwierig. An dem Wochenende fand auf dem Messegelände ebenfalls die Venus statt. Einige Conventionbesucher verirrten sich dorthin und hätten sich daher eine Beschilderungen zum Eingang der Comic Con gewünscht.
Da wir über den S-Bahnhof Messe Süd ankamen, waren wir direkt am richtigen Eingang und wurden dort von einer riesigen Warteschlange erschlagen. Das gefiel uns natürlich nicht so gut, denn es ging nur schleppend voran und wir hofften bloß, dass es nicht auch noch anfing zu regnen. Doch wir hatten Glück und am Eingang ging es dann auch recht zügig. Nur blöd, dass auch da nicht alles glatt lief.
Die Besitzer der Wochenendtickets sollten am Eingang ein Bändchen ums Handgelenk bekommen, damit am Folgetag alles schneller ging. Leider bekamen wir kein solches Bändchen, wusssten auch gar nichts davon, bis uns später einige Besucher mit ebendiesen Bändchen auffielen und wir sie fragten, was es damit auf sich hat.

Merkwürdigerweise wurden auch keine Taschenkontrollen durchgeführt. Man konnte mit allem hinein in die Messehallen, was man zuvor nicht an der Garderobe abgegeben hatte.
Die Convention vollstreckte sich über zwei Hallen: In der einen Halle befand sich die Comic & Cosplay Stage, sowie sehr viele Händler, die z.B. Comics, Merchandise, Cosplayartikel und vieles mehr verkauften, aber auch die Comiczeichner waren hier versammelt.
Zuallererst wollten wir uns den Vortrag von Popcom ansehen, in dem sie ihr neues Programm vorstellten. Wir wussten allerdings nicht, wo genau dieser Vortag stattfand. Auch als wir einen der zahlreichen Helfer fragten, konnte der uns nicht weiterhelfen. Das fanden wir recht merkwürdig, denn wenn nicht mal die Helfer wussten, wo was stattfand, wie sollten es dann die Besucher wissen? Es hingen auch kaum Pläne aus, mit deren Hilfe man sich irgendwie hätte zurecht finden können.
Wir fanden dann aber doch zur Comic & Cosplay Stage, allerdings waren die Zuschauerstühle dort noch komplett leer. Auch das kam uns komisch vor, denn der Vortrag sollte schon in fünf Minuten beginnen. Die Zeit verging und nicht nur die Stühle vor der Bühne, auch die Bühne selbst blieb leer. Die dort stationierten Helfer wussten ebenso wenig, was dort los war und versuchten etwas in Erfahrung zu bringen. Währenddessen wurden wir von einem der Helfer aufgefordert, mit ihm auf die Bühne zu gehen, um die Programmlücke zu füllen. Wir erzählten dort etwas über uns und schindeten Zeit, bis wir dann erfuhren, dass der eigentliche Vortrag abgesagt wurde und der nächste mit einem vom Nachmittag getauscht wurde. Dass hier wohl niemand genau wusste, was vor sich ging, war wirklich schade.


Danach besuchten wir unser erstes Panel und auch hier spiegelte sich gleich Unorganisiertheit wieder. Die Panels fanden alle auf der Main Stage statt, die sich in der anderen Halle befand. Als wir dort ankamen, war der Bereich schon total überfüllt. Die Sitzplätze waren belegt, die Menschen standen an den Seiten und versperrten die Eingänge. Erst viel später fiel den Verantwortlichen wohl ein, dass sie Fluchtwege für Notfälle freihalten mussten und die Gäste ohne Sitzplätze wurden gebeten, den Main Stage-Bereich zu verlassen. Keine Frage, dass sich einige ungerecht behandelt fühlten, denn gerade bei Billie Piper war der Andrang sehr groß, da sie nur den Samstag auf der Con sein konnte. Demnach war es an den Eingängen auch immer noch voll, die Helfer bemühten sich jedoch, freigewordene Plätze immer schnell zu belegen, was man definitiv hervorheben muss. Doch das änderte nichts daran, dass es viel zu wenig Sitzplätze gab für die Anzahl der Besucher, die die Convention besuchten.

Voll war es übrigens nicht nur bei den Panels, auch an den Toiletten musste man teilweise sehr lange anstehen. Wer genug Ausdauer hatte, stand dann schon mal 20 Minuten dort.
Auch die Photoshoots waren nicht gut geregelt. Jeder Stargast hatte gerade mal 15 Minuten Zeit, was uns von vornherein schon sehr kurz vorkam und wie sich herausstellte, war es auch zu wenig Zeit.
Zuerst stand man sehr lange an, bis schließlich das Fototicket gescannt wurde und man den Fotobereich betreten durfte. Allerdings musste man vorher erst mal die richtige Schlange finden, an der man sich anstellen musste. Oft genug wurde gefragt: "Für wen steht ihr hier an?", aber so kam man auch mit anderen Besuchern ins Gespräch, was die Wartezeit doch verkürzte. Im Fotobereich selbst ging alles sehr schnell. Es kam einem allerdings so vor, als müssten die Stargäste Fließbandarbeit betreiben und auch das war sehr schade. Nicht nur für die Fans, die sicher gerne mehr als "Hallo - Danke - Tschüss" gesagt hätten, sondern auch für die Stargäste, die keine Chance hatten, auf ihre Fans einzugehen.


Nach dem eher mäßigen Cosplay Contest kamen wir dann auch dazu, uns die Messe mal genau anzusehen. In der Nähe der Main Stage waren die Autogrammboxen aufgestellt, an der die Stars saßen und Autogramme schrieben, wenn sie nicht gerade beim Panel oder Photoshoot waren. Ganz genau - sie saßen dort den ganzen Tag, auch wenn niemand da war und mussten sich anstarren lassen wie die Tiere im Zoo. Das fanden wir als Besucher schon sehr unangenehm, wie sollte es da erst den Stargästen gehen?
Die Messehallen waren an sich jedoch gut gefüllt. Ein wenig merkwürdig und nervig fanden wir den Stand vom ADAC, da die Mitarbeiter dort doch sehr penetrant waren und wir es regelrecht vermieden dort vorbei zu gehen, weil wir immer wieder angesprochen wurden. Unserer Meinung nach passt ein solcher Stand nicht auf eine Comic Con und es sollte auch nicht im Interesse des Veranstalters sein, dass die Besucher penetrant genervt werden.
Dafür gab es von FOX aber z.B. einen Fotopunkt, an dem man sich vor einem Greenscreen fotografieren lassen konnte. Man durfte aus zwei Motiven eines wählen und bekam ein Foto im The Walking Dead-Stil gedruckt.
Die FSK18-Filmbörse gefiel uns auch nicht so gut, da sie unserer Meinung nach viel zu groß war. Den Platz hätte man deutlich besser nutzen können. Kinder durften den Bereich natürlich nicht betreten, wurden jedoch meist sehr unfreundlich von den Helfern zurückgescheucht.
Schön war es jedoch, die ganzen Cosplayer zu sehen und mit einigen ins Gespräch zu kommen. Da wir selbst als Luna Lovegood und Seamus Finnigan unterwegs waren, konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, uns mit Dolores Umbridge und Bellatrix Lestrange zu duellieren.


Am Sonntag gingen wir bereits mit weniger hohen Erwartungen zur Con. Die Eingänge wurden hier anders geregelt als am Vortag und durch die Bändchen kamen die Besitzer der Wochenendtickets tatsächlich schneller hinein. Nun wurden auch die Taschen kontrolliert, doch da gerade mal drei Helfer dafür zur Verfügung standen, konnte die Kontrolle auch sehr leicht übergangen werden.
Wir besuchten als erstes ein paar Panels, die uns allesamt gut gefallen haben. Vor allem Sylvester McCoy war sehr sympathisch, da er Fragen aus dem Publikum persönlich annahm, indem er mit seinem eigenen Mikrofon durch die Reihen ging.


Da wir uns an dem Tag nicht viele Panels vorgenommen haben, konnten wir den Großteil der Zeit über die Messe laufen. Da wir als Quicksilver und Scarlet Witch unterwegs waren, kamen wir besonders mit anderen Marvel-Cosplayern ins Gespräch.
Einer von ihnen war Captain Luke Cosplay, den wir vor allem deshalb kennenlernten, weil L Captain America in Quicksilver-Manier eine reinhauen wollte. Und so kam es dann, dass wir mit Luke und seinem Kumpel Sylias Cosplay fast den ganzen Tag verbrachten und sehr viel Spaß hatten. Die beiden waren jedoch, anders als wir, völlig begeistert von der German Comic Con, denn bei ihnen in Österreich waren die Cons bisher viel schlechter.

Gemeinsam besuchten wir auch den Cosplay Contest, der aber auch an dem Tag nicht besonders gut organisiert war. Einer Teilnehmerin wurde die Musik abgedreht und die Moderatorinnen konnten auch dort nicht die Namen der Teilnehmer/innen oder ihrer Cosplays richtig aussprechen, was keinen sehr guten Eindruck machte. Demnach sparten wir uns an dem Tag auch die Siegerehrung. Wir wussten schließlich vom Vortag, wie es ablief.

Auch wenn die Con an einigen Ecken noch Verbesserungen bedarf, waren wir doch traurig, als es dann vorbei war. Das lag allerdings weniger an der Con selbst, sondern vielmehr an den tollen Menschen, die wir an dem Wochenende kennenlernen durften und die wir hoffentlich sehr bald wiedersehen werden!
Alles in allem war die German Comic Con ganz in Ordnung. Wir hatten teilweise das Gefühl, dass zu viele Stargäste eingeladen worden waren und dass man ihnen allen nicht gerecht werden konnte. Mit einigen Gästen weniger wären die Photoshoots sicher reibungsloser abgelaufen und auch die Autogrammplätze wären nicht so überlaufen gewesen. Die Stargäste hätten sich mehr Zeit für die Fans gehabt, was auf beiden Seiten sicher gut angekommen wäre.
Die Helfer taten uns teilweise wirklich leid, denn sie bekamen den Ärger einiger Gäste ab, obwohl sie meist nichts dafür konnten. Die Unorganisiertheit der Convention war schließlich nicht ihre Schuld. Dass einige von ihnen dann mal unfreundlich wurden, ist vielleicht noch verständlich, aber auch nicht wirklich gut und erst recht nicht angebracht. Vor allem sollte aber daran gearbeitet werden, dass die Convention in Bezug auf Panels, Photoshoots, Autogrammen etc., besser organisiert ist und vor allem der Masse an Besuchern angepasst wird, damit niemand wegen Zeit- oder Platzmangels darauf verzichten muss.

Wir hoffen sehr, dass sich die Veranstalter die Kritikpunkte der Besucher, die auch schon über Facebook geäußert wurden, zu Herzen nehmen und sie vielleicht schon bei der nächsten German Comic Con im Dezember in Dortmund umsetzen. Wir werden diese auf jeden Fall auch besuchen und sind gespannt, was sich bis dahin so getan hat.

Danke an alle Cosplayer für die Fotos!



J (Seamus Finnigan) und L (Luna Lovegood) beim Panel von Ellie Kendrick und Natalia Tena

Sylvester McCoy während seines Panels am Sonntag

Quicksilver und Scarlet Witch mit Captain America

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3 Kommentare

  1. Voll toll! Die Umbridge & Lestrange Cosplayer habe ich auch gesehen und musste ein Foto machen <3 Für die erste Con in Berlin fand ich es ganz gelungen. Dass es Kinderkrankheiten geben wird wusste man ja vorher schon, aber das Nichtwissen der Helfer hat schon stark genervt. Mal schauen wann ich es schaffe meinen Bericht zu schreiben. Wenn ich gewusst hätte wie ihr ausseht hätt ich Hallo gesagt :)
    Lieben Gruß aus der Hauptstadt,
    Anni
    http://bastelbazooka.blogspot.com/

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    1. Hallo Anni!

      Wir sind schon auf deinen Bericht gespannt! Das nächste Mal müssen wir uns wohl eher zu erkennen geben, damit du uns Hallo sagen kannst! :)

      Liebe Grüße
      Jenny

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  2. Post doch gefunden ohne extra Info nochmal =P
    Ich muss euch recht geben, auch wenn mein Bericht eher netter geworden ist =) Aber mit den Toiletten stimme ich zu, ich dachte mir als ich das gesehen habe "okay ich muss doch nicht" XD
    Aber ansonsten ein toller Bericht und ich freue mich wenn ihr bei mir vorbei schaut und damit nicht gesucht werden muss =) http://vampyswahn.blogspot.de/2016/10/ComicCon-Berlin.html
    Und ich ärgere mich euch nicht gefunden zu haben oder am ersten Tag nicht angesprochen =) und das ich mir eigentlich FOX fest vorgenommen hatte, aber irgendwie war ich nach den Interviews mit allen so durch den Wind gewesen das ich es vergessen habe -.-

    Aber wie gesagt Klasse bericht und ich stimme euch in vielen Punkten zu =)

    Liebe Grüße vom Wahnsinn =P

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